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Konstantins Entscheidung für das Christentum
Licinius
Damit ist offiziell die Christenverfolgung auch im Occident beendet. Allerdings bleibt Konstantin bei aller christenfreundlichen Politik bis zu seinem Tode bemüht, die Vertreter der unterschiedlichen Kulte seines Reiches nicht vor den Kopf zu stoßen. Zwar fehlen einerseits auf dem Triumphbogen, der Konstantins Sieg an der Milvischen Brücke feiert, die meisten sonst üblichen heidnischen Motive bis auf die Siegesgöttin Viktoria und den Sonnengott, doch andererseits gibt es hier auch kein eindeutig christliches Symbol.
Konstantinbogen in Rom
Konstantins Ziel ist, das auseinanderbrechende Reich mit einer einheitlich religiösen Weltanschauung zu kitten. Da bietet sich zunächst der Helioskult an, doch in der Bevölkerung findet der Erlösungsgedanke des Christentums einen breiteren Zuspruch. Der Monotheismus eines gütigen, verzeihenden Gottes, der nach dem Tode den gequälten Menschen ein ewiges Leben verheißt, macht die christliche Religion so anziehend. In den Gemeinden finden die Menschen Nächstenliebe, Trost und Hoffnung unabhängig von ihrer Stellung in der Gesellschaft. Wer hat nicht Quo vadis? gelesen. Für Konstantin soll der christliche Glaube die Grundlage der neuen Einheit von Reich und Religion bilden.
Doch damit Konstantin als den ersten christlichen Kaiser zu bezeichnen, ist schlicht falsch, denn in seinen religiösen Vorstellungen gehen der Sonnengott, den er weiter als seinen persönlichen Schutzgott ansieht, und der Christengott synkretisch ineinander über oder laufen nebeneinander her. So können noch bis ins Jahr 325 Goldmünzen datiert werden, die Konstantin zusammen mit dem Sonnengott Sol Invictus darstellen, während man nach dem Christogramm auf der unten dargestellten dreimal kleineren Silbermedaille suchen muss.
Konstantins moralische Einstellung ist konträr den christlichen Idealen, denn er ist ein reiner Macht- und Gewaltmensch. Seinen Schwiegervater den ehemaligen Augustus Maximian lässt er 312 in Massilia (Marseille) erhängen und Sohn Crispus und Frau Fausta 326, ein Jahr nach dem Konzil von Nicaea, wegen angeblicher Blutschande umbringen.
Anfänglich zeigt Konstantin die Verehrung des Christengottes im überwiegend heidnischen Westen nicht offen. Nach der Erringung der Alleinherrschaft und im mehrheitlich christlichen Osten stellt er sich noch ungetauft als Christ dar und bezeichnet sich als Isapostolos - als den Aposteln gleich. Immer bleibt offen, was Politik und was persönliche religiöse Überzeugung ist.
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This page was last updated on 26 November, 2008