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Konstantin der Große

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Konzil von Nicaea

 

Konstantin nimmt die Christen in die Pflicht. Da nach seiner Vorstellung Staat und Kirche eins sein sollen, übernehmen bald Kirchenvertreter staatliche Aufgaben etwa die Gerichtsbarkeit. Dafür befreit Konstantin die Priester von Staatslasten wie Steuern. So drängen sich bald skrupellos Machtgierige in die geistlichen Ämter. Später hat der große Kirchenlehrer Hieronymus (347-420) diese Entwicklung resigniert kommentiert: Je mehr die Kirche an Macht gewinnt, verliert sie an christlichen Tugenden. Konsequent  zieht er sich ins heilige Land zurück und leitet in Bethlehem ein Kloster.

 

Die Macht in den Händen der Kirchenfürsten bekommt auch den schwelenden Glaubensstreitigkeiten nicht, wobei die wichtigste Frage: Ist Jesus Gott wesensgleich (homousios) oder nur wesensähnlich (homoiusios) jetzt unter Patriarchen und Bischöfen mit harten Bandagen ausgefochten wird. Für Konstantin sind das nur müßige Streitereien um unerforschliche Dinge. Er hat kein Interesse oder Verständnis für dogmatische und christologische Probleme, zumal wenn sie die Reichseinheit gefährden. Immer wieder mahnt der Kaiser, es sei sein Ziel vor allem, dass bei den glücklichen Völkern der katholischen Kirche ein einziger Glaube, reine Liebe und Frömmigkeit bewahrt bleibe.

 

Schließlich ruft der heidnische Kaiser 325 ein Konzil in seine Sommerresidenz nach Nicaea ein. Um Streitigkeiten im Vorfeld der Verhandlungen auszuschließen, übernimmt Konstantin den Vorsitz der Versammlung der 318 Bischöfe (nach den 318 Knechten Abrahams). Dabei lässt sich der römische Oberhirte Silvester lediglich durch zwei Presbyter vertreten.

 

Das Ergebnis der Verhandlungen ist der uns allen bekannte Satz im Glaubensbekenntnis, dass der Sohn wahrer Gott aus dem wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater ist. Diese Entscheidung wird nicht näher erklärt oder begründet, denn der Kaiser verbittet sich jede theologische Diskussion. Mit der Anerkennung der Glaubensformel ist der Streit für Konstantin beendet, denn was 300 Bischöfen gefallen hat, ist nichts anderes als der Wille Gottes.

 

Die offizielle Erklärung der 300 Bischöfe lautet: Die heilige apostolische und katholische Kirche verflucht diejenigen, die sagen, dass es eine Zeit gab, wo der Sohn Gottes nicht war, dass er nicht war, bevor er erzeugt war, dass er aus Nichts oder einer Substanz oder Essenz gemacht oder geschaffen worden, dass er wandelbar und veränderlich sei.

 

Damit hat die alte Kirche ihre Unschuld verloren, denn zunächst beginnt die Verfolgung der Arianer (Arius starb 336). Unter Konstantins Sohn Constantius II. dem bekennenden Arianer werden dann im Gegenzug die Katholiken verfolgt.

 

Erst unter Theodosius I. (347-395) wird das Christentum Staatsreligion mit dem 380 erlassenen Religionsedikt von Thessaloniki: Wir befehlen, dass diejenigen, welche dies Gesetz befolgen, den Namen katholische Christen annehmen sollen; die übrigen dagegen, welche wir für toll und wahnsinnig erklären, haben die Schande zu tragen, Ketzer zu heißen. Ihre Zusammenkünfte dürfen sich nicht als Kirchen bezeichnen. Sie müssen zuerst von der göttlichen Rache getroffen werden, sodann auch von der Strafe unseres Zornes, wozu wir die Vollmacht dem himmlischen Urteil entlehnen.

 

 

Ausgerechnet in Trier werden 385 als erste Ketzer sechs Arianer darunter ein Frau ermordet. Es folgt der Niedergang des Reiches, denn zwischen 411 und 428 wird die alte Römerstadt von den Franken viermal überfallen und geplündert. Die römischen Einwohner leisteten keinen Widerstand, denn sie liegen bei den Gastmählern, ihrer Ehre vergessen, vergessen ihres Alters, ihres Standes, ihres Namens, die Vornehmsten der Stadt, vollgefressen und berauscht, tobend und lärmend, ihrer Sinne nicht mächtig ... zur Liebe zu schwach, zum Wein aber gar kräftig ... so beschreibt der christliche Schriftsteller Salvianus von Marseille die damaligen Zustände in der Stadt.

 

 

This page was last updated on 17 November, 2014