Red Barons Webseiten

 

 

Konstantin der Große

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiter

 

Patrimonium Petri

 

Das Konzil von Nicaea hatte ausdrücklich die Gleichberechtigung der drei Patriarchate Rom, Konstantinopel und Alexandria festgelegt. Das kann der römischen Kirche natürlich nicht gefallen, die ihr Primat aus dem Vorrang des Apostels Petrus herleitet.

 

Nun soll nach einer Legende Papst Silvester I. (314 bis 31. Dezember 335) den leprakranken Konstantin durch die Taufe vom Aussatz geheilt haben. Aus Dankbarkeit habe Konstantin dem römischen Bischof den Vorrang über alle anderen Kirchen, d. h. über die Patriarchate von Konstantinopel, Antiochia, Alexandria und Jerusalem verliehen. Außerdem bekommt der Papst die kaiserlichen Insignien und Vorrechte verliehen (das Diadem, den Purpurmantel, das Zepter und das Prozessionsrecht). Schließlich wird ihm auch die Herrschaft über ganz Italien und den gesamten Westen überlassen, denn Konstantin habe seinen Regierungssitz von Rom nach Konstantinopel verlegt, damit dem Papst der Westen des Reichs überlassen bleibe.

 

Nun hatte aber Konstantin die Taufe bis kurz vor seinen Tod herausgezögert, eine damals übliche Praxis, denn, so formuliert es Voltaire: Man glaubte das Geheimnis gefunden zu haben, verrucht zu leben und tugendhaft zu sterben. Konstantin stirbt am 22. Mai 337 getauft von dem Arianer Eusebius und somit als Ketzer.

 

Es ist schwierig, die Geschichten unter einen Hut zu bringen und doch gibt es Versuche. So zeigt  auf nebenstehendem Bild oben links ein Engel dem mit 32 Jahren schon greisen Konstantin vor der entscheidenden Schlacht gegen Maxentius im Jahre 312 das Zeichen des Kreuzes.

 

Nach dem siegreichen Einzug in Rom erhält der Kaiser die katholische Taufe durch Silvester jedoch wohl frühestens nach dessen Wahl zum Papst im Jahre 314.

 

Erst  im 15. Jahrhun-dert weisen zwei Gelehrte, zunächst 1433 der deutsche Theologe und Philo-soph Nikolaus von Kues in seinem Werk De Concordantia Catholica und dann um 1440 der italienische Humanist Lorenzo Valla in seiner Schrift: De Donatione Constantini die Schenkungsurkunde als Fälschung aus. Valla beschuldigt Papst Stefan II. (752-756) diese begangen zu haben. Er zeigt an sprachlichen Elementen des verwendeten Lateins, dass die Urkunde nicht aus dem frühen 4. Jahrhundert stammen kann. Außerdem taucht in dem Papier der Name Konstantinopel auf, obwohl die Stadt zur Zeit der angeblichen Schenkung vor dem Jahre 330 noch Byzanz heißt.

 

Allerdings gibt es zur Zeit Papst Stefans II. die Pipinsche Schenkung. König Pipin nimmt dem Langobardenherzog Aistulf seine Eroberungen ab und schenkt anschließend die Ostrom gehörenden Gebiete dem Papst. Trotz Protests der griechischen Gesandten nimmt Stefan die Schenkung an und begründet so den Kirchenstaat.

 

 

This page was last updated on 17 November, 2014