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Konstantin der Große

 

 

 

 

Nachwehen

 

Konstantin ließ seine drei überlebenden Söhne Konstantins christlich erziehen, so dass Bischof Eusebius sie als Abbild der heiligen Dreifaltigkeit bezeichnet. Nach dem Tode des Vaters erhalten:

 

 Konstantin II. (337-340), 20-jährig, Gallien, Spanien und Britannien mit der Hauptstadt Trier

 

 Constantius II. (337-361), 19-jährig, den Orient mit der Hauptstadt Antiochien und

 

 Constans (337-350), 17-jährig, Italien, Afrika und Griechenland mit der Residenz in Sirmium ( Balkan)

 

Im Jahre 340 stößt Konstantin II. in das Gebiet seines Bruders Constans nach Italien vor. Bei diesen kriegerischen Auseinandersetzungen kommt Konstantin um.

 

Beim Kampf gegen einen germanischen Gegenkaiser ereilt Constans im Jahre 350 das gleiche Schicksal. So übernimmt am Ende der Arianer Constantius im Jahre 361 die Alleinherrschaft über das Römische Reich.

 

Die Sonne hat als ein Herrschaftssymbol nie ausgedient. Man denke etwa an Louis XIV, den Roi soleil. Zu seiner Zeit heißt es: Fulget ubique: sie glänzt überall. So fordert der Sonnenkönig die europäische Mächte und vor allem die Habsburger nicht nur laufend militärisch heraus, sondern verletzt auch ihren Stolz. Man fühlt sich in Kindertage versetzt, wenn Joseph I. mit der Formulierung: Fulget ubique magis: Österreichs Sonne glänzt überall heller auftrumpfen möchte.

 

Der Fahnenadler des Soldatenkönigs misst sich ebenfalls mit Frankreich, wenn er der Sonne nicht weicht: Non soli cedit.

 

 

Ein heiliger Konstantin?

 

Die römische Kirche tat sich schwer mit Konstantin., denn zu schwer wiegen seine Verbrechen. Während die Ostkirche ihn als Heiligen verehrt, hat er es im Westen nicht zum Heiligen, zur Ehre der Altäre gebracht und fristet sein Andenken außerhalb der Gotteshäuser wie etwa im elsässischen Kaysersberg.

 

Kaiser Konstantin mit dem Kreuz vor der Kirche in Kaysersberg

 

 Seine Mutter Helena dagegen taucht gleich zweimal im Heiligenkalender auf: Fest der heiligen Kaiserin Helena am 18. August und Fest der Auffindung des heiligen Kreuzes am 3. Mai.

 

Dazu lesen wir: Die Kirche, welche der Kaiser [Konstantin] in Jerusalem zu errichten gedachte, sollte eigentlich die Stätte einnehmen, wo das Kreuz des Herrn gestanden. Aber wer konnte diese nun genau bestimmen, da Hadrian vor beinahe zweihundert Jahren die heiligen Orte hatte unkenntlich machen lassen? Niemand wußte Rath. Da entschloß sich die Mutter des Kaisers, die heilige Helena, die Nachforschungen durch ihre persönlich Gegenwart zu fördern, und begab sich, nicht achtend die Beschwerden der weiten Reise und ihr hohes Alter - sie zählte achtzig Jahre - nach Jerusalem.

 

Tiefe Wehmuth befiel sie, als sie am Kalvarienberg die Stelle, wo der Erlöser für das Heil der Welt gestorben, nicht bloß mit Erde und Steinen überschüttet, sondern auch durch einen Tempel der Venus entheiligt sah, welchen die Heiden den Christen zum Trotze hier aufgerichtet hatten. Um so heißer ward ihr Verlangen, das Kreuz aus der Schmach, worin es verborgen lag, zu erretten. Ihren Zweck zu erreichen, bot die Kaiserin mit hochherzigem Eifer alle Mittel auf. Sorgfältige Erkundigungen bei den Einwohnern von Jerusalem belehrten sie, daß die Juden den Gebrauch gehabt hätten, alle Werkzeuge, die zur Hinrichtung eines Verurtheilten gedient, zunächst dem Grabe in die Erde zu verscharren. Das Kreuz Christi müsse also neben seinem Grabe zu finden sein. Die fromme Kaiserin begann nun damit, den Götzentempel niederreißen und die Erde ringsum abheben zu lassen. Und Gott segnete ihr Unternehmen.

 

 In Bälde entdeckte man die Felsengrotte des heiligen Grabes,und ganz nahe dabei wurden auch drei Kreuze unter der Erde gefunden. Neben ihnen lagen die Nägel und die Inschrift, welche nach dem Zeugnisse des Evangelisten Pilatus an's Kreuz hatte heften lassen. Sie war aber, da man sie ausgrub, vom Stamme getrennt. Welches von den drei Kreuzen sollte nun das rechte sein? Der Verlegenheit, die über diese Frage entstand, half der fromme Bischof Macarius von Jerusalem durch den Vorschlag ab, man solle die aufgefundenen Kreuze zu einer auf den Tod darnieder liegenden Frau bringen und diese damit berühren. Und siehe da - die Kranke wurde augenblicklich gesund, als man das wahre Kreuz ihr auf den Leib legte, während die beiden andern Kreuze, mit welchen man vorher den Versuch machte, nicht die geringste Wirkung hatten verspüren lassen. Voll seliger Freude warf sich Helena vor dem heiligen Holze nieder, wie Ambrosius sagt, nicht um das Kreuz selbst, sondern um den König des Ruhmes, welcher an selbem gehangen, anzubeten. Dieß geschah im Jahre 326.

 

Nach dem Bau der Grabeskirche strömten die Gläubigen schaarenweise nach Jerusalem, um das heilige Grab und das Kreuz des Heilands zu verehren. Häufig schnitt man von letzterem Stücke, welche frommen Personen unter dem Namen Kreuzpartikel geschenkt wurden, ohne daß aber die geringste Abnahme an dem geheiligten Holze zu bemerken war. Dieses Wunder vergleicht Cyrillus mit jenem, welches Jesus wirkte, als er in der Wüste mit fünf Broden fünftausend Menschen speiste. Es wurde auch bald Gebrauch der Kirche, die Auffindung des heiligen Kreuzes durch ein besonderes Fest zu feiern.  

 

 

This page was last updated on 17 Juli, 2017