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Der Mythos der deutschen Atombombe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gab es eine deutsche Atombombe?

 

 Diese Frage ist 1998 wieder ins öffentliche Interesse gerückt durch zwei literarische Arbeiten: Michael Frayn hat in seinem Theaterstück Kopenhagen die schicksalhafte Begegnung zwischen Niels Bohr und Werner Heisenberg im September 1941 dramatisch aufgearbeitet und in dem Thriller Das Klingsor Paradox lässt der mexikanischen Schriftstellers Jorge Volpi einen amerikanischen Journalisten im Nachkriegsdeutschland nach dem verborgenen Parameter der deutschen Atombombe fahnden [Volp98].

 

 Sucht man im Internet nach dem Begriff Deutsche Atombombe, so wird man zusätzlich zu den historischen Tatsachen mit recht eigenartigen Informationen bedient, die in der Behauptung gipfeln, die Amerikaner hätten das für eine deutsche Bombe bestimmte Uran erbeutet und anschließend in ihrer Hiroschima-Bombe verwendet. Diese Behauptung ist nur halbwahr. Wahr ist, dass die Amerikaner im Rahmen der ALSOS-Mission nicht nur das restliche Uran aus Haigerloch (für Heisenbergs Reaktor-Versuche), sondern auch das Uran-Roherz (Pechblende), das in der Stadt Leopoldshall (bis 1946 anhaltische Stadt bei Staßfurt, heute zu Staßfurt) 37 km südlich von Magdeburg in einem überirdischen Salzspeicher zwischengelagert war, im mindestens zweistelligen Tonnenbereich im April 1945 nach Hannover per Bahn abtransportiert haben und von dort über Luftbrücke direkt zum Manhattan-Projekt in die USA ausgeflogen wurde*. Dieses Uran kam jedoch für die über Hiroschima abgeworfene Bombe zu spät.

*Ich danke Herrn Stadtrat Wiest aus Staßfurt für diese Information

 

 Es sei hier deutlich gesagt: Es hat eine deutsche Atombombe nie gegeben. Selbst beim Bau eines Kernreaktors hatte die Entwicklung in Deutschland bei Kriegsende höchstens den Stand, den die USA bereits 1940 erreicht hatten.

 

 Die Geschichte der Atombombe ist häufig behandelt worden. Ich erinnere an das ein wenig in die Jahre gekommene Buch von Robert Jungk Heller als tausend Sonnen, Das Schicksal der Atomforscher, in welchem der Autor auch auf das deutsche Atomprogramm eingeht [Jung58].

 

Später schrieb David Irving sein Buch:The German Atomic Bomb, The History of Nuclear Research in Germany.

 

Eine besonders ausführliche Schilderung der deutschen Atombombenentwicklung hat Thomas Powers in Heisenberg's War, The Secret History of the German Bomb gegeben. Zu Recht bekam er für sein Buch den Pulitzer Preis. Die Informationen sind sauber und detailliert recherchiert und die Geschichte wird spannend erzählt [Powe93].

 

 Dagegen versprüht Paul Lawrence Rose in seinem Buch Heisenberg and the Nazi Atomic Bomb Project, A Study in German Culture einen unversöhnlichen Hass gegen Heisenberg und seine deutschen Kollegen. Rose wirft Heisenberg nicht nur der Heuchelei und Unwahrheit vor, sondern unterstellt ihm darüber hinaus Unfähigkeit in seinem Fach [Rose98].

 

 Heisenberg selbst hat in seiner Autobiographie Der Teil und das Ganze  auf nur wenigen Seiten seine eigene Version der Atomforschung im 3. Reich gegeben [Heis69].

 

This page was last updated on 07 Mai, 2017