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Radeltour 2006

 

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Das Treffen in Telgte

 

Ich saß auf der sonnigen Terrasse des Heidehotels Waldhütte, lesend, ein kühles Weizenbier vor mir, als mich laute Hallo-Rufe aus meinen Träumen rissen. Erschrocken war ich nur über die an den Fingern abzählbaren Fahrräder, die vor meinem Tisch anhielten: Wir werden weniger ...

 

Von Teltge blieb mir nicht so sehr die Wallfahrtskapelle als Wulfs Lesung aus der Erzählung von Günter Grass in Erinnerung: Das Treffen in Telgte, das im Jahre 1647 viele bedeutende Barockdichter aus teutschen Landen vereinigt, die sich in Analogie zur Gruppe 47 nach dem zweiten Weltkrieg über den Verfall der teutschen Sprach beklagen*, sich gegenseitig aus Unveröffentlichtem vorlesen und schließlich ein Manifest zum bevorstehenden Friedensschluss in Münster und Osnabrück verfassen. Auch versuchen die Teilnehmer ihre Verstrickung in das Kriegsgeschehen moralisch zu bewältigen. Hinweise auf des Autors lange verschwiegene Vergangenheit im 3. Reich?

Grass beschreibt das Telgter Treffen in seinem typisch deftig saftigen Stil, zu dem die Originalzitate seiner barocken Vorläufer trefflich passen. Man tagt bis alles, die Noth und das Glück der Poeterey wie das Elend des Vatterlandes durchgesprochen. Am Schluss demonstriert Grass Die Macht und Ohnmacht des Dichterworts, als er das ins Reine geschriebene politische Manifest in Flammen aufgehen lässt. Doch Simon Dach alias Hans Werner Richter will dennoch nicht an der Macht der Poeten zweifeln: Und wenn man sie steinigen, mit Hass verschütten wollte, würde noch aus dem Geröll die Hand mit der Feder ragen.

*Hier gibt es zusätzliche Informationen zur Verhunzung der deutschen Sprache im Dreißigjährigen Krieg.

 

Als Nachbereitung (besser noch zur Vorbereitung) der Lektüre von Das Treffen in Telgte - es gibt seit kurzem einen preiswerten aber dennoch hochwertigen Neudruck der Erzählung im Spiegel Verlag - lohnt es sich, das Reclam-Heftchen 16012 Erläuterungen und Dokumente zu Das Treffen in Telgte zu lesen. So manche Anspielung wird damit erst recht verständlich und erhöht das Lesevergnügen ungemein. Ausführliche Lebensläufe der am Treffen in Telgte beteiligten Dichter finden sich im Internet bei Wikipedia (www.wikipedia.de).

 

Warendorf

 

 

Die Häuser rund um den Marktplatz von Warendorf zeugen vom einstigen Wohlstand der Stadt vornehmlich durch den Handel mit Leinen.

 

 

Auch gibt es hier einen Brunnen, in dem Kohlköpfe gewaschen werden, auch wenn dem Wäscher diesmal der Sinn nach einer Eiswaffel steht.

 

 

Die Kirche Warendorfs ist dem heiligen Laurentius geweiht, der auf Darstellungen stets einen Grill mit sich herumträgt, denn der römische Präfekt befahl einen Rost über matt-glühende Kohlen zu stellen, dann entkleidete man den Heiligen und band ihn auf dieses Martergerüst, wo das Feuer nur nach und nach in das Fleisch eindrang. Die neugetauften Christen sahen sein Angesicht von hellem Lichte umglänzt und empfanden von seiner versengten Haut einen überaus lieblichen Geruch. Die Heiden nahmen dieses zweifache Wunder nicht wahr.

Laurentius verlangte, sagt der heilige Augustin, so sehnsüchtig nach dem Besitze Jesu, daß er an die Qualen nicht dachte, welche er litt. Der heilige Ambrosius bemerkt, daß während die irdischen Flammen an seinem Leibe zehrten, das Feuer der göttlichen Liebe weit mächtiger in seinem Herzen glühend, das Gefühl der Schmerzen verschlang, und daß er, das Gesetz des Herrn vor Augen habend, seine Leiden selbst als eine Erfrischung und einen Trost ansah. Er genoß einer innerlichen Ruhe, die nichts zu rauben vermochte. Nachdem er lange Zeit die grauenvolle Marter erduldet, rief er dem Statthalter mit übermenschlicher Gelassenheit zu: "Auf dieser Seite bin ich genug gebraten! - laß mich umwenden!" Erbarmungslos thaten es die Heiden. Nach einer Weile hob er wieder an zu reden und sagte zu dem Präfekten: "Nun ist mein Fleisch gar - Du kannst davon essen !" Der Präfekt antwortete ihm nur durch Schmäh-ungen. Indessen flehte der Martyrer mit Andachtsgluth zu Gott um Rom's Bekehrung, wo die heiligen Apostel Petrus und Paulus das Kreuz zuerst gepflanzt und es mit ihrem Blute gegossen hatten. Nach geendigtem Gebete erhob er die Augen gegen Himmel und gab seinen Geist auf (den 10. August 258).

 

Freckenhorst

 

 

 

In Freckenhorst überraschte die beeindruckende romanische Stiftskirche St. Bonifatius von 1129 mit einem reich verzierten Taufstein.

 

 

 

 

Ich bin kein Drahtesel

 

 

Das frustrierte Drensteinfurt

 

Idyllisches Drensteinfurt. Dort gibt es noch echte
schwarz-weiße Photopostkarten

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erreichte Drensteinfurt einen gewissen Wohlstand durch den Abbau von Strontianit (Strontiumcarbonat). Der Name des Minerals ist abgeleitet von der schottischen Stadt Strontian, wo es zuvörderst gefördert wurde. Später trat eine Verarmung ein, doch Anfang der 50er Jahre schlug die Bundesrepublik das flache Land um Drensteinfurt als Standort für die Beschleuniger des CERN vor. Ältere Bürger können sich noch daran erinnern. Die Beschleuniger wurden aber endlich und werden noch in Genf gebaut. Auch ein geplanter internationaler Großflughafen Münster bei Drensteinfurt wurde nicht realisiert. Die dauerfrustrierte Stadt hofft nun auf die Grabung eines Stollens, der bis zu den tiefliegenden Kohleflözen vorgetrieben werden soll.

 

Herben und Westerwinkel

 

Beim Besuch der Kirche St. Benedikt in Herben fällt die hagere Gestalt des Heiligen ins Auge.  Benedikt von Nursia (480-547) gilt als Patriarch der Mönche im Abendland. Er schuf die Regula Benedicti für den nach ihm benannten Orden. Ab 529 lebte er im bekannten Kloster Monte Cassino.

Nicht weit von Herben steht in einem Park das Schloss Westerwinkel heute umgeben von einem Golfplatz. Unser Fritz arbeitete mit seinem Aquarell das Charakteristische des Gebäudes heraus. Erbaut ab 1663 ist Westerwinkel eines der frühesten westfälischen Barockschlösser.

 

Nordkirchen

 

Das westfälische Versailles

Panorameaufnahme ©GK

Radeltour 2006, nur noch 13 ...

 

Schloss und Park Nordkirchen wurden von 1703 bis 1736 anstelle eines Wasserschlosses aus dem 16. Jahrhundert errichtet und in den letzten Baujahren
von Johann Conrad Schlaun vollendet

Nach Besichtigung des Schlaun-Schlosses gab es im Schlaun-Café die Schlaun-Torte

 

Nach der Farbe seiner Nase zu urteilen, muss der so namentlich Geehrte wohl weniger von Kuchen und mehr von hochprozentig Flüssigem gehalten haben. Auch heute noch wird in Westfalen den Kurzen eifrig zugesprochen.

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This page was last updated on 07 Mai, 2017