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Wissenschaftlichen Oberschule für Jungen und Mädchen in Poppenbüttel

 

Wulf hatte mir nach unserem Besuch des GOA liebenswerterweise sein Exemplar der Chronik zum 50-jährigen Bestehen des Gymnasiums Oberalster 1995 überlassen. Nach Lesen dieser Broschüre kamen mir viele Erinnerungen an die Barackenschule, die ich Euch illustriert (SW-Bilder und Zitate in kursiv: ©GOA) nicht vorenthalten möchte.

 

Ich kam im Laufe des Jahres 1946 in die 6 KM, auf die mich ein ehemaliger Wehrmachtsoffizier im ostwestfälischem Hövelhof nur notdürftig vorbereitet hatte. Deshalb war meine Beschulung in der Unterstufe der Wissenschaftlichen Oberschule für Jungen und Mädchen in Poppenbüttel ein einziger Krampf. Doch das ist eine andere Geschichte.

 

 

Anfänglich fand ein Schichtunterricht nur in der 1944 aufgestellten länglichen Baracke mit zwei Klassenzimmern auf einem Gelände am Alsterredder statt.

 

Lebhaft erinnere ich mich noch der Wasserpumpe an der Hinter- oder Eingangsseite der Doppelbaracke, mit der die Kübel der Schulspeisung ausgewaschen wurden, nachdem an der hinteren Ecke der Eintopf mit einer Schöpfkelle in die hingehaltenen Gefäße gefüllt worden war. Dazu heißt es in der Chronik:

Erbsensuppe kam meistens ins Feldgeschirr oder in eine Konservendose. Wer heiß essen konnte, stellte sich für den Nachschlag hinten wieder an ... Damals kommentierte bei der Ausgabe eben dieser Erbsensuppe Dr. Heuer - er war auch Kunstlehrer - den Farbkontrast zu den roten Haaren eines Mitschülers äußerst fachmännisch. Der Mann wäre heutzutage gefeuert worden.

 

Im Hintergrund der langen Baracke erkennt man die Lehrerbaracke, die damals - beachtet den Mast - bereits telefonisch erreichbar war.

Legendär war Martin Kirschsteins Sportunterricht. Wir spielten Faust- und Schlagball auf dem Schulhof zwischen den Baracken, wobei bei schrägen Würfen zwar nie der von den Malen zurücklaufende Gegenspieler getroffen wurde, wohl aber so manche Scheibe der Kleinverglasung zu Bruch ging.

 

 Doch es ging aufwärts, wie Dr. Kiendl 1955 schrieb: Ein ehemaliger Klassenraum der Baracke I wurde zum Turnraum umgewandelt. Er ist in Wort, Zeichnung und Foto oft glossiert worden. Wir aber waren froh, hier erstmals neben dem Spiel im Freien auch ein wenig Geräteturnen und Bodenturnen pflegen zu können.

 

Die Hausmeisterbaracke

 

Drs. Helmut Kiendl und Paul Schaper

 

Dabei bezog sich Dr. Kiendl auch auf eine Zeitungsüberschrift von 1952: Mit dem Kopf durch die Decke. Ich erinnere mich, dass es Harro war, der beim Bockspringen die Pappdecke in 2 m Höhe durchstieß. Im gleichen oder einem anderem Artikel bezeichnete eine Hamburger Tageszeitung unsere Bildungsanstalt als primitivste Schule Hamburgs. In der Tat gab es nur drei Plumpsklos mit natürlichem Abfluss zur Alster, vor denen sich in den Pausen häufig Schlangen bildeten.

 

 

Später kamen die "Hausmeisterbaracke" (Foto weiter oben) mit einer Wohnung für das Hausmeisterehepaar links und einem Klassenzimmer rechts sowie die beiden neuen auf dem Foto oben abgebildeten Baracken hinzu. In dem ganz links gelegenen Teil gab es dann endlich einen Mehrzweckraum, der zum Chemie- und Physikunterricht, aber mit seinem Podium, auch für Musik und Theater genutzt wurde.

 

Für uns hatte hier der Vordergrund eine große Bedeutung als Pausenrückzugsgebiet. Während der Pausen haben wir leicht verdeckt in den Kuhlen Skat gespielt. Diese waren ein Relikt aus der frühen Nachkriegszeit, als frierende Menschen die Wurzeln der zuvor gefällten Bäume in mühevoller Arbeit ausgruben.

 

Einige ehemalige Skatbrüder mit Dame in der Löwenschlucht vor dem nun bewachsenen Abhang.
Ganz unverkennbar mischt Hans-Berndt ein virtuelles Blatt.

  In der Oberstufe verschwanden mangels Schülerzahl - es wurde gesiebt und gesiebt - die Bezeichnungen K, M und KM, wobei ich las, dass ursprünglich die Koedukationsklasse "zwangsweise?" eingerichtet worden war. Schließlich waren wir noch 17, die 1954 alle das Abitur bestanden.

 

 

Hier der erodierende Hohlweg vom ehemaligen Schulgelände zur Alster, dem man inzwischen ein paar Stufen spendiert hat. Nach 60 Jahren findet sich bisher nur wenig Erosion bei Helmut, Harro und Gerhard.

Unter 45 Jahre Internationaler Austausch lesen wir in der Chronik zum 50-jährigen Jubiläum:

 

Der erste Schüleraustausch der Wissenschaftlichen Oberschule Poppenbüttel fand mit der Ilkeston Grammar School in Derbyshire, England statt. Die beiden Schülergruppen trafen sich zunächst im Frühjahr 1953 in Hamburg; der vierwöchige (!) Gegenbesuch der deutschen Gruppe folgte noch im gleichen Sommer (vom 9. Juli bis 6. August).

 

Eindrücklich sind den Hamburgern das reichliche Schulessen in der Kantine geblieben - schon weil sich hier auch viele zwanglose Kontakte zu anderen Mitschülern ergaben - und die nachmittäglichen sportlichen Veranstaltungen, die auf dem Tagesprogramm standen. Begeistert lernten die deutschen Teilnehmer/innen Rasentennis, Cricket und Speerwerfen, und auf dem zweitägigen Sport- und Schwimmtest der Schule, das für alle den Höhepunkt des Aufenthaltes bildete, erzielten sie - außer Konkurrenz - besonders im Schwimmen beachtliche Erfolge.

 

Gruppenfoto in Ilkeston

Der Austausch wurde noch mehrere Male wiederholt, schlief dann aber aus Mangel an Interesse auf englischer Seite ein. Ja, Ihr Lieben, wir waren dank Dr. Gabrielson die Pioniere des Schüleraustauschs der damals noch Wissenschaftlichen Oberschule für Jungen und Mädchen in Poppenbüttel. Nur Herr Heuer war bereits 1950 mit 20 Jungen der Oberstufe zum Ernteeinsatz nach England gereist.

 

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This page was last updated on 07 Mai, 2017