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Radeltour 2008

 

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Vormittags Kempen

 




Vor unserem Ausflug nach Kempen schaute ich skeptisch in den Himmel ©GK. Doch Gert beruhigte mich und Gerhard setzte mit seiner Losung noch einen drauf mit seinen Schilfzigarren an einem heißem Sommertag:

 

Wer schon von Kindesbeinen an
knietief im Schlamm sumpfiger Kuhlen stak
Und sich mit Schilfzigarren schmückte
an einem heißen Sommertag!
Wer einst mit Weidenruten focht
Oder sich daraus Körbe flocht,
Wer Rüben stahl im Morgenlicht,
Wer Pantras mag als Leibgericht,
Wer gern in alten Schätzen wühlt
Und sich im Nebel heimisch fühlt,
Mag überall willkommen sein,
Zuhaus ist er am Niederrhein!
Christian Behrens

   

Das Kempener Ehrenmal in der Nähe für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Als das Denkmal am 17. September 1939 eingeweiht werden sollte, starben deutsche Soldaten in Polen. Die Feier fand nie statt.

 

Links: Unsere Räder stellten wir an der Kurkölnischen Landesburg ab, die von 1396-1400 errichtet wurde und Zeugnis von der Herrschaft der Erzbischöfe und Kurfürsten von Köln ablegt.

 

 

   

Kempener Martinsbräuche


Für mich ist diese süße Göre nur 49% Zimtzicke und 51% Engel

   

Hier et kempsche Huus ...


... und dort Christas Haus ©GK

   


Zwei Wahrzeichen Kempens: das Kuhtor und die Turmmühle. Hier schoss 1642 im Dreißigjährigen Krieg eine hessisch-französische Belagerungsarmee Bresche. und wütete anschließend in der Stadt.

   
   

Das reichbeschnitzte Chorgestühl zeigte "fabelhafte" Szenen

 

Links: Bei der Aufnahme der gekrönten Gottesmutter mit ihrem christ-königlichen Sohn in der Marienkirche wurde die digitale Kamera tüchtig gefordert.

Der springende Tierbrunnen in Kempen faszinierte uns. Die meisten Tiere ließen sich mechanisch verstellen. Auf dem Übersichtsbild links (©GK) steht die Ente noch, rechts hebt sie dann ab.

 

Erstaunte Zuhörer: Ja wisst ihr, mein Enkel der war bei seiner Geburt ganz schön schwer und vor allem nicht dicht ©HT

... und nachmittags ins Niederrheinische Freilichtmuseum



Am Empfang ©GK


Wie Hühner und Hähne auf der Stange ©GK

   

Innerhalb der Dorenburg im Freilichtmuseum gab es viele Kleinodien zu sehen. Eine solche Waschmaschine mit Wassermotor hatte meine Mutter noch anfänglich in Hamburg. Da wurde doch glatt zum Bewegen der Wäsche der Wasserdruck missbraucht, wobei das damals noch wohlfeile Leitungswasser sonst ungenutzt in den Abfluss floss.

Den oben abgebildeten Clemens August von Wittelsbach (1700-1761), Kurfürst und Erzbischof von Köln, kennen wir bereits aus Münster. Was haben die Bayern in Köln und Münster verloren? Deren Dauerpräsenz am Rhein und in Westfalen geht auf den Kölner Krieg zurück. Anlass dazu gab der damalige Erzbischof Gebhard von Waldburg, der 1582 zum protestantischen Glauben übertrat, um sich verehelichen zu können.

Das verstieß nun gegen den geistlichen Vorbehalt im Augsburger Religionsfrieden von 1555, nach dem die geistlichen Fürsten nicht ihre Religionszugehörigkeit ändern durften. Die weltlichen Fürsten dagegen konnten die Religion wie die Hemden wechseln, was z. B. die Pfälzer Kurfürsten häufig praktizierten. Für das Volk galt dann anschließend das bekannte Cuius regio, eius religio.

Der Ehewunsch Gebhards war den Bayern gar nicht recht, fühlten sie sich doch einerseits zusammen mit den Österreichern als Hüter des wahren Glaubens in deutschen Landen, andererseits suchte der bayrische Kurfürst für einen seiner Söhne einen lukrativen Posten. Also zog man gen Köln und vertrieb den Gebhard. Seither stellten die Wittelsbacher die Erzbischöfe von Köln bis zur Säkularisation.

   

Im Spielzeugmuseum: Zwei Spiele aus schlimmer Zeit, doch mit dem Steinbaukasten zur Rechten habe ich noch gespielt.

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This page was last updated on 17 Juli, 2017