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An diesem Morgen war Gerhards
Losung besonders gefragt, sollte sie uns doch Mut und Kraft für die
rund 70 km lange Transferstrecke zwischen Grefrath und Kalkar, unserem nächste Stützpunkt,
zusprechen.
Früher sprach mein Vater
immer
Wenn wir Schäfchen sahen:
Guck, da kommen Deine Brüder
Ich seh Schafe gern
Denn sie haben so was Sanftes
Wie von einem andern Stern.
Unschuld steht da auf dem Feld
Und die Mäuler sehen aus wie zugenäht.
Wenn das meine Brüder sind, in Ordnung!
Bin ja selbst ein schwarzes Schaf.
Töricht aber brav!
Hanns Dieter Hüsch
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Zu Mittag erreichten wir
Walbeck. Gleich am Ortseingang lud uns der Walbecker Hof zum
Spargelessen ein, doch mahnte uns die Pfarrkirche St.
Nikolaus zu einem Besuch.
Der Organist übernahm die Führung und wies auf die
Glanzstücke, wie die restaurierte Orgel und die modernen Glasfenster hin. Allein den
Kirchenpatron hatte man in eine dunkle Ecke verbannt
©GK.
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Zwar hatte ich auch diesmal wieder auf eine Vorspeise verzichtet (sic!),
dennoch mussten wir lange auf die bestellten Spargelgerichte warten
©GK.
Einige
waren bereits in Sorge, ob wir Kalkar noch am gleichen Tage erreichen
würden, denn vorher war ja noch ein Besuch des Wallfahrtsorts
Kevelaer geplant. Deshalb wurde auch allgemein auf Dessert
verzichtet in der Hoffnung, Kevelaer möge nicht nur seelische
Einkehr, sondern auch genügend Eisdielen bieten. |
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An dieser Stelle sollst du mir ein Kapellchen bauen!, so
vernahm es der geldrische Händler Hendrick Busmann dreimal kurz vor
Weihnachten 1641 an der Kreuzung der alten Handelsstraßen
Amsterdam-Köln und Münster-Brüssel. Das Gnadenbild ist recht
unscheinbar, doch prächtig eingefasst.
Kerzen über Kerzen seit mehr als 300 Jahren mit den
entsprechenden Rußspuren.
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Einen Gnadenort mit einem Gnadenbilde wollte der
gütige Gott vor 250 Jahren einer von der Geißel des Krieges und der
Pest schwer heimgesuchten Gegend schenken. Auf wunderbare
geheimnisvolle Mahnung hin, die an einen armen aber frommen
Handelsmann namens Heinrich Busman erging, als er vor einem
sogenannten Hagelkreuz auf öder Heide betete, wurde dort, wo jetzt
die Gnadenkapelle von Kevelaer steht, ein kleines Heiligenhäuschen
erbaut und in dasselbe ein Bild gebracht, das ebenfalls in
geheimnissvollem Gesichte bezeichnet war!
Aus dem Hirtenschreiben des Bischofs Hermann von
Münster vom 1. Mai 1892. |
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Zur grösseren Ehre des allmächtigen Gottes der
sich gewürdigt hat, die allerseligste Jungfrau, die Mutter seines
eingeborenen Sohnes, mit besonderen Ehrerweisungen und
Gnadenvorzügen zu überhäufen zur ehrenden Auszeichnung der
Gottesmutter selbst, zur Vermehrung endlich der Verehrung Mariae
durch die Gläubigen, haben wir einstimmig beschlossen und bestimmt,
das Bild der allerseligsten Jungfrau, der Trösterin der Betrübten,
mit einer goldenen Krone zu krönen.
Aus dem Krönungsdekret des Kapitels der
Patriarchal-Basilika vom H. Petrus zu Rom vom 12. April 1892.
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Aus der Basilika St. Marien zwei recht verschiedene
Bildnisse:
Die Darstellung der heiligen Anna selbdritt
mit ihrer Tochter Maria links und dem Enkel Jesus rechts auf ihrem
Schoß stellt die Künstler immer wieder vor das Problem der rechten
Größenverhältnisse.
Papst Paul IV. (1555-1559): Maria ist vor der Geburt, in der
Geburt u. nach der Geburt Christi unversehrte und unverletzte
Jungfrau geblieben.
Mit dieser religiösen Verkündigung war Paul leider politisch
nicht ausgelastet. So lehnte er den Augsburger Religionsfrieden
von 1555 ab und erweiterte zur Stärkung der Kirche die
Befugnisse der Heiligen Inquisition. Von ihm ist der Satz überliefert: Selbst wenn
mein eigener Vater Häretiker wäre, würde ich das Holz
zusammentragen, um ihn verbrennen zu lassen. In seiner Bulle
Cum nimis absurdum vom 14. Juli 1555 führte er für Juden
die Pflicht ein, in Ghettos zu leben.
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So kamen wir doch noch vor Sonnenuntergang in Kalkar an. Die
nebenstehende Aufnahme täuscht, habe ich sie doch nach unserem
Nachtessen in Kalkarer Ratskeller (hinten mit beleuchteter Terrasse)
aufgenommen.
In seiner Geschlossenheit wirkt der Marktplatz des Städtchens wie
eine gute Stube, in der auch die Linde zur Abendzeit nicht fehlen
darf. Rechts das Hotel Stillleben.
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