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Wilhelm Tell und der amerikanische Freiheitskampf

Ein Beitrag zum Schillerjahr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schillers Vision einer republikanischen Gesellschaft

 

Lieber frei auf eigner Scholle im Gebirge wohnen und sich selbst beschützen, als in der fruchtbaren Ebene ein Sklave sein, ist schließlich der Inhalt eines Gesprächs TELLs mit seinem Sohn WALTER im 3. Aufzug, 3. Szene:

 

TELL:

Das Korn wächst dort in langen, schönen Auen,
Und wie ein Garten ist das Land zu schauen.

WALTER:

Ei, Vater, warum steigen wir denn nicht
Geschwind hinab in dieses schöne Land,
Statt daß wir uns hier ängstigen und plagen?

TELL:

Das Land ist schön und gütig wie der Himmel,
Doch die's bebauen, sie genießen nicht
Den Segen, den sie pflanzen.

WALTER:

Wohnen sie
Nicht frei wie du auf ihrem eignen Erbe?

TELL:

Das Feld gehört dem Bischof und dem König.

WALTER:

So dürfen sie doch frei in Wäldern jagen?

TELL:

Dem Herrn gehört das Wild und das Gefieder.

WALTER:

Sie dürfen doch frei fischen in dem Strom?

TELL:

Der Strom, das Meer, das Salz gehört dem König.

WALTER:

Wer ist der König denn, den alle fürchten?

TELL:

Es ist der eine, der sie schützt und nährt.

WALTER:

Sie können sich nicht mutig selbst beschützen?

TELL:

Dort darf der Nachbar nicht dem Nachbar trauen.

WALTER:

Vater, es wird mir eng im weiten Land,
Da wohn ich lieber unter den Lawinen.

TELL:

Ja, wohl ist’s besser, Kind, die Gletscherberge
Im Rücken haben, als die bösen Menschen.

 

This page was last updated on 12 Juli, 2014