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Der Mythos der deutschen Atombombe

 

 

 

 

 

 

Eduard Teller

 

 

 

 

 

 

 

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Die Furcht vor einer deutschen Atombombe (1939)

 

Erschreckt nahm Leo Szilard Kontakt zu seinen Kollegen Eugen Wigner, Eduard Teller und Victor Weißkopf auf. Wigner, der bereits vor 1933 in die USA emigriert war, bekleidete damals eine Professur in Princeton, Teller hatte eine  Stelle an der George-Washington-Universität gefunden und Weißkopf war Professor in Rochester. Die vier Männer hatten schon länger nichts mehr über die deutsche Atomforschung erfahren. So vermuteten sie, dass man dort bereits im Geheimen an einer Bombe arbeite.

 

Als dann Siegfried Flügge im Juni 1939 einen ausführlichen Artikel über Kettenreaktionen in Uran veröffentlichte, werteten die vier Männer dies als positiven Beweis ihrer Annahme. Niemals hätte das Naziregime eine solch brisante Veröffentlichung zugelassen, wenn man in Deutschland in der Atomforschung nicht schon sehr weit fortgeschritten wäre.

 

Ein Besuch Heisenbergs zu einer Vortragsreise in die USA im Herbst 1939 verstärkte bei seinen amerikanischen Kollegen die Furcht vor einer deutschen Bombe. Es waren nicht so sehr Heisenbergs Diskussionen etwa mit Enrico Fermi über die technische Unmöglichkeit einer Atombombe (allgemein glaubte man damals, eine Bombe benötige mehrere Tonnen reines Uran 235), sondern eher seine Ablehnung, dem Naziregime den Rücken zu kehren, die bei seinen amerikanischen Kollegen ein großes Misstrauen auslösten.

 

Tatsächlich aber hatte es bis dato in Deutschland unter den im Rahmen der Technischen Reichsanstalt lose in einem Uranverein verbundenen Physikern lediglich zaghafte Überlegungen zum Bau einer Maschine zur Energieerzeugung, sprich eines Reaktors, gegeben.

 

Die Ausländer Szilard, Teller, Wigner und Weisskopf wussten sehr wohl, dass ihr Wort in den USA nichts galt, doch sie gewannen Einstein dafür, seinen ersten Brief über die Gefahr einer deutschen Atombombe an Präsident Roosevelt zu schreiben. Ausgerechnet der Friedensfreund Einstein gab letztlich den Anstoß zum amerikanischen Manhattan-Projekt. Nach dem Krieg sagte er: Wenn ich gewusst hätte, dass es den Deutschen nicht gelingen würde, eine Atombombe zu bauen, hätte ich keinen Finger gerührt.

 

 

Erste Entscheidung für ein deutsches Atomprogramm (1939)

 

Etwa zur gleichen Zeit im September 1939 trafen die in Deutschland verbliebenen Atomforscher mit Militärs und Regierungsvertretern im Heereswaffenamt in Berlin zusammen, um über eine kriegstechnische Verwendung der Kernspaltung zu beraten. Es wurde entschieden, das Programm des Uranvereins für den Bau einer Maschine nun innerhalb des Physikalischen Instituts der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (der heutigen Max-Planck-Gesellschaft) zu koordinieren.

 

Direktor dieses Instituts war aber ein Holländer, der Nobelpreisträger Pieter Debye, den man nötigte, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen. Er weigerte sich jedoch, ging auf eine Vortragsreise in die USA und kehrte von dort nicht zurück. Man hatte ihm eine Professur an der Cornell University angeboten. Darauf bestellte man Heisenberg zu seinem Nachfolger, der damit Koordinator des deutschen Atomprojekts wurde. Er nannte sich unter Wahrung der Position Debyes freilich nur Direktor am Institut.

 

This page was last updated on 28 Februar, 2013