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Der Mythos der deutschen Atombombe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Kopenhagener Paradoxon (1941)

 

Im September 1941 besuchte Heisenberg Niels Bohr im besetzten Kopenhagen, um, wie er es in seinen Memoiren formuliert hat, zu erreichen, dass sich sein Lehrer und Freund für ein Atombombenmoratorium auch auf Seiten der Alliierten einsetzen möge. Nach Heisenbergs Version begann er das Gespräch mit Bohr mit der vorsichtigen Frage, ob es moralisch vertretbar sei, dass Physiker an Atomprojekten arbeiten, wenn der Bau einer Bombe grundsätzlich möglich ist. Anschließend deutete er an, dass man in Deutschland keine Atombombe baue. Bohr, der wie viele seiner Kollegen bis zu diesem Zeitpunkt die feste Meinung vertreten hatte, eine Bombe sei technisch unmöglich, erregte sich so sehr über die Mitteilung Heisenbergs, dass er die weiteren Ausführungen seines Lieblingsschülers nicht mehr wahrnahm und schließlich im Zorn von ihm schied. 

 

Powers kommentiert Heisenbergs Versuch recht sarkastisch: We have driven out all those Jewish physicists and now they are working on a bomb in America - dear Niels, can't you ask them to back off?

 

 

 

 

 

 

 

Der junge Heisenberg

 

 

Als Bohr schließlich 1943 nach einer abenteuerlichen Flucht über Schweden in die USA kam, brachte er eine Zeichnung Heisenbergs mit, auf der keine Atombombe skizziert ist, sondern die klar das Prinzip eines mit schwerem Wasser moderierten Reaktors illustriert. Diese Nachricht wurde von den Hardlinern des Manhattan-Projekts als Täuschungsmanöver Heisenbergs abgetan. Später erinnerte sich Bohr an das Gespräch mit Heisenberg ganz anders: Er hätte damals den Eindruck gewonnen, dass Heisenberg und die Deutschen an einer Bombe arbeiteten. 

 

This page was last updated on 07 Mai, 2017